Alaska 2012

Kayakexpedition Alaska 2012

Zeigt, wo die Reise hin geht: Ganz in den Süden von Alaska. Die meisten Leute meinen, das sei schon Kanada. Richtig ist, dass sich die Hauptstadt von Alaska – Juneau – gerade da befindet.

Die Glacier Bay ist etwas kleiner als die Schweiz und weist eine Y-Form auf. Zuoberst im Ostarm liegt der McBride Glacier, einer der aktivsten Gezeitengletscher; das erste Ziel.

Erste Trocknungsaktion nach zwei Tagen Paddeln in Regen und Sturm. Ausser Schlafsack und paar Kleidern ist alles nass.

Aufbruch zu einer Nachtfahrt: Während der zwei Regentage war ein flottes Vorwärtskommen kaum möglich. Ich will die verlorene Zeit mit einer Vollmond-Nachtfahrt nachholen. Während des Gleitens über die spiegelglatte Wasserfläche begleiten mich roarende Konzerte von Buckelwalen. Eine unvergessliche Szenerie.

Am McBride Glacier erwartet mich Natur pur. Keine Spur von menschlicher Gesellschaft weit und breit. Auch der Funkempfang ist hier oben nicht mehr möglich. Total auf mich allein gestellt, geniesse ich die Zweisamkeit mit Seehunden und Schwärmen von Vögeln.

Die mächtigen Eisschollen, die in Minutenabständen vom fast 100 Meter hohen McBride Glacier abbrechen, werden von der Strömung durch die Meerenge ins Meer hinaus getrieben. Durch die Gezeiten spült sie die Flut aber auch immer wieder zurück. Es entsteht ein reger Gegenverkehr. Ein Naturschauspiel der Sonderklasse.

Unterwegs zum Westarm: Der Dauerregen hat eingesetzt. Die harte Seite des Nomadenlebens kommt zum Vorschein. Aber ich geniesse die Abgeschiedenheit von jeglicher Gesellschaft.

Langsam wird’s ungemütlich: Zum Dauerregen gesellt sich jetzt noch heftiger Wind mit Böen bis zu 100 km/h, was entsprechenden Seegang zur Folge hat. Kentern ist nicht erlaubt, weil ich am nahe gelegenen Ufer nicht aussteigen könnte. Dort befinden sich oftmals meilenweit senkrechte Granitwände. An ein Anlegen ist dort nicht zu denken.

Die Scidmore Bay, eine Art Lagune, rettet mich vor dem hohen Wellengang der offenen See. Und dann zeigt sich am nächsten Morgen auch mal wieder die Sonne. Das Essen wird langsam knapp. Es geht südwärts zurück nach Gustavus, von wo ich vor 11 Tagen zur Expedition gestartet bin. Auf dem Weg durch die Scidmore Bay gerate ich wohl ins Schlafzimmer von zwei Buckelwal-Pärchen: Die mächtigen Tiere umkreisen mich, bis ich „ihre“ Bay endlich verlasse. Die Demut, die in einem in solchen Momenten aufkommt, ist unbeschreiblich.

Die letzte Traversierung, begleitet von einer Seelöwenfamilie: Die zeitweise vorwitzigen Brocken tauchen immer wieder unter meinem Boot durch. Unweit sind auch immer wieder Buckelwale auszumachen. Ich bin mir meiner Winzigkeit und Verletzlichkeit bewusst wie selten vorher im Leben.

Eine unvergessliche, zweiwöchige Kayaktour geht nach rund 300 Kilometern zu Ende. Leider nur zwei trockene Tage und sonst mehr oder weniger Regen machten die Expedition zu einem nasskalten Abenteuer.

Bruno Petroni
3800 Matten
b.petroni@gmx.ch

Tel. +41 796569941

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